Kapitel 2: Wo ist Gott Teil 25

17. März 2024

Das Buch von Erzpriester Andrej Lemeschonok

Abhängig

Wir sind jetzt völlig abhängig von der Erde, von dem, was wir in der Tasche haben, von dem, was wir im Kühlschrank haben, davon, wie die Menschen uns ansehen, was sie von uns denken, was sie über uns sagen, von den Veränderungen, die uns im Leben so oft widerfahren. Aber wir sollen uns allein auf Gott verlassen. Selbst wenn wir zur Beichte gehen, haben wir Angst, was der Priester sagen wird, wie er uns ansehen wird und wie er uns bewerten wird?

Und was wird Gott sagen? Wie sieht er mich? Gott schaut Tag und Nacht auf uns, die ganze Zeit. Seine Liebe lebt in uns, sonst würde das Leben aufhören, sonst würde die Welt verglühen. Aber die Sonne scheint, und der Mensch hat die Möglichkeit, umzukehren, sein Leben zu ändern, seine Fehler zu korrigieren.

Alle Sakramente der Kirche, alles, was in den Gottesdiensten geschieht, ist ein Akt der Liebe Gottes gegenüber dem Menschen. In der Kirche überwinden wir die Trennung, die Einsamkeit, in der sich die Menschen nach dem Sündenfall befanden, und wir entdecken eine andere, eine heile Welt. Dieser Friede kommt zu uns von oben, durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes, die Liebe des Gottessohnes und die Gnade des Vaters.

Schau auf dein Leben

Der Mensch fragt: "Wie kann ich den Willen Gottes erkennen? Wie finde ich den verborgenen Sinn für mein weiteres Leben? Wohin soll ich gehen? Auf wen soll ich hören? Wonach soll ich suchen?"

Die Väter sagen: Wenn du den Willen Gottes kennenlernen willst, schau dir dein Leben, die Menschen um dich herum und die Umstände des Lebens genau an, und du wirst die Vorsehung Gottes erkennen und verstehen, wie du weiterleben sollst.

Wenn ein Mensch nach dem Willen Gottes sucht, dann sucht er nicht danach, wo er mehr Spaß hat, wo es einfacher und interessanter ist, sondern er sucht danach, was Gott will, wohin er ihn führt und wie er den Willen Gottes erfüllen kann. Gott, der auf unser Heil bedacht ist, führt uns auf dem Weg ins Himmelsreich, der für unser Heil bestimmt ist, und wir müssen diesen Weg als den einzigen Weg in unserem Leben annehmen.

Wir kommen in das ewige Leben, das heute beginnt, wenn wir den Willen Gottes tun. Und Gottes Wille ist, dass niemand verloren geht, dass der Mensch lieben lernt, dass die Sünde, die die Verbindung des Menschen mit Gott verdunkelt und zerstört hat, besiegt wird. Durch Reue überwindet der Mensch die Kluft, die ihn von Gott und von seinen Nächsten trennt.

Und dann wird sein Leben mit dem Licht der Liebe Gottes erfüllt.

Was der Herr heute sagt

Wir müssen lernen, so zu leben, dass wir jederzeit, mit Gott verbunden sind. Wenn wir diese Verbindung verlieren, wenn Christus nicht in unserer Mitte ist, dann bleibt die Sünde und verzerrt unser Sehen und Hören. Sie täuscht uns und wir glauben ihr.

Je länger wir leben, desto mehr erkennen wir, dass wenig von uns abhängt. Unser ganzes Leben liegt in Gottes Hand.

Und gleichzeitig hängt alles von uns ab, denn wir müssen richtig verstehen und annehmen, was der Herr uns heute gibt und offenbart. Wir müssen hören, was der Herr heute über unsere Erlösung sagt, und dafür muss in uns Frieden herrschen.

Reue

Reue ist nicht der Moment, in dem wir uns dem Evangelium und dem Kreuz nähern und krampfhaft überlegen, was wir sagen sollen, an welche Sünde wir uns erinnern sollen.

Reue ist der Zustand unserer Seele, die sich vor Gott schuldig fühlt, weil sie die Liebe, die Schönheit, die der Herr ihr offenbart, nicht festgehalten hat. Und das macht die Seele traurig, es wird schmerzhaft, aber sie wird keineswegs entmutigt, gibt sich nicht der Verzweiflung hin.

Die Reue ist das Vertrauen des Menschen auf Gott. Sie ist die Freude des verlorenen Sohnes über die Begegnung mit seinem Vater.

In Gottes Händen

Wir strengen uns ein wenig an und erwarten schon, dass wir dafür gelobt werden sollten. Etwas hat nicht geklappt, und schon sind wir entmutigt und geraten in Panik. Wir zögern oft, wir bauen mit der einen Hand und zerstören mit der anderen, und deshalb leben wir mit ständigen Sprüngen und Schwankungen. Das sollte aber nicht der Fall sein.

Wenn wir Christus als unseren Erlöser annehmen, wenn wir Gott vertrauen und glauben, dass alles in unserem Leben Vorsehung ist und es keine Zufälle, kein Glück oder Pech gibt, dann besteht unsere einzige Aufgabe darin, nicht zurückzuweichen und Gott nicht zu verlieren, d.h. nicht zu sündigen. Und darauf sollten wir unsere ganze Energie verwenden. Und wie sie uns ansehen werden, was sie über uns sagen werden, was die Folgen sein werden, wie die Umstände sein werden, das sollten wir in die Hände Gottes legen, in Gottes Vorsehung. “Wirf deine Sorge auf den Herrn, er hält dich aufrecht!” (Ps 54,23).

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