Wie der kleine Bär nach der Sonne suchte

26. Januar 2024

wie der kleine baer nach der sonne suchte

Es lebte einmal ein kleiner Bär. Ein sehr lieber kleiner Bär. Nur seine Beine wollten ihn nicht tragen. Von Geburt an saß er auf einem Stuhl, und Mama und Papa nahmen ihn mit dem Stuhl mit oder trugen ihn einfach so mit den Händen. Seine Brüder und Schwestern, die anderen Bärenkinder rannten und sprangen, spielten alle möglichen Spiele, er aber konnte ihnen nur zuschauen und dennoch freute er sich über seine Brüder und Schwestern. Und nicht nur über sie. Das Bärenjunge freute sich auch über die anderen Tiere und über die Bäume und das Gras und über die Vögel, die so herrlich in seinem Wald sangen. Der kleine Bär freute sich über die Sterne und über den Mond und sogar über die Sonne selbst freute er sich, weil sie so hell und warm ist und sich alle wohl fühlen.

Aber eines Tages legte sich ein großer Nebel über den Wald, in dem der kleine Bär lebte. Und selbst die ältesten Bewohner des Waldes, der Rabe und die Eule, erinnerten sich nicht an so einen dichten und langen Nebel, dabei lebten sie schon über hundert Jahre.

Zuerst dachten die Waldbewohner, dass sich der Nebel bald verziehen würde. Aber Tage vergingen, gefolgt von Wochen, und der Nebel löste sich nicht auf. Und jetzt war mehr als ein Monat vergangen, seit die Sonne verschwunden war, und die Tiere begannen, sich sehr traurig zu fühlen. Aus der Melancholie im Wald begannen, sich Krankheiten zu verbreiten und aus den Krankheiten erwuchsen Tränen ... Mit einem Wort, es wurde sehr traurig im Wald. Und die Tiere wussten nicht, was sie als nächstes tun sollten.

Da erinnerte sich der alte Rabe daran, dass sein Urgroßvater erzählte, wie sich die Sonne einmal lange versteckt hatte und eines der Tiere ihr durch die undurchdringliche Dunkelheit folgt war ... Aber er konnte sich einfach nicht erinnern, wie dieses Abenteuer endeten. Man kann jedoch vermuten, dass, da die Sonne wieder aufgetaucht war, er sie zurückgebracht hatte ... Aber jetzt ... Sie war wieder verschwunden!

Diese Geschichte munterte die Tiere etwas auf. Alle waren sich einig, dass es keinen Sinn macht, darauf zu warten, dass der Nebel von alleine vorüberzieht. Dann wurde beschlossen, jemanden zur Sonne zu schicken. Aber wer? Durch die undurchdringliche Dunkelheit zu gehen ist sowohl beängstigend als auch unsicher. Und vor allem - es ist nicht klar, wohin es gehen soll. In alle vier Ecken der Welt? Die Tiere waren völlig verwirrt.

Der kleine Bär war sehr besorgt um seinen Wald. Es schmerzte ihn so sehr, dass er Tränen vergoß, dass er überhaupt nicht helfen konnte. Und da geschah ein Wunder. Plötzlich rief der kleine Bär: “Ich gehe!”, und stand auf.

Wie glücklich seine Familie war! Und alle Tiere, die es sahen, waren überrascht, aber ... Diese Freude war nur von kurzer Dauer - während des Nebels hatten sich alle so sehr an die Schwermut gewöhnt, dass sie das Wunder sofort vergaßen.

der kleine baer

Aber der kleine Bär wiederholte nach einigen festen Schritten: „Ich werde die Sonne suchen gehen”.

Die Tiere hatten keine Zeit, darüber nachzudenken, als das Bärenjunge bereits über die große Lichtung rannte und im Nebel verschwand.

Nach ein paar Augenblicken schien er in eine undurchdringliche Dunkelheit gefallen zu sein, entschied sich aber, um jeden Preis weiterzugehen. Und je weiter er ging, desto schwieriger wurde der Weg, desto dichter wurde der Nebel. Schließlich verlor das Bärenjunge an Kraft und blieb stehen.

Plötzlich ertönte direkt über seinem Ohr eine dumpfe, frostige Stimme: “Na, bist du müde?”

Gänsehaut lief dem kleinen Bären über den Rücken. „W-wer bist du?“ fragte er und stotterte vor Angst. „Ich bin der Große Nebel.” lautete die Antwort. “Wo ist die Sonne geblieben?” fragte der kleine Bär. “Die Sonne?, der Nebel lachte bitter, “Vergiss sie, sie ist weg.”

“Du lügst!”, antwortet mit fester Überzeugung der kleine Bär.

“Ha ha! Natürlich lüge ich. Die Sonne ist mein Gefangener. Für immer! Und weder du noch deine Freunde werden sie je wiedersehen. Nicht nur das, du wirst keinen weiteren Schritt machen.”rief der Große Nebel.

Doch da nahm das Bärenjunge all seine Kraft zusammen und machte einen weiteren Schritt nach vorne. “Du bist aber stur!, und der Nebel lachte wieder, "Du bist also wegen der Sonne gekommen?"

“Jawohl.”, sagte das Bärenjunge.

“Wunderbar. Du wirst sie sehen. Aber wisse, dass du nie wieder in deinen Wald zurückkehren wirst, wenn du auch nur einen Schritt weiter machst.” Das Bärenjunge wurde nun noch mehr verängstigt. Er liebte doch seinen Wald so sehr ... Aber der Wunsch, die Sonne zu sehen, war noch größer und er machte einen weiteren Schritt nach vorne.

“Ah, gut! Na dann halt durch. Ich bin der Große Nebel. Und ich werde dich alles auf der Welt vergessen lassen und auch deine Sonne!”, rief der Nebel.

Da hörte das Bärenjunge ein Geräusch um sich herum und im selben Moment schien es in einen Traum zu fallen. “Hörst du mich?”, fuhr der Nebel fort. “Ich höre dich.”, sagte der kleine Bär.

“Dann verstehe: Deine Sonne ist eine Lüge, sie hat nie existiert, du hast sie nur geträumt. Wenn du auch nur einen weiteren Schritt nach vorne machst, wirst du für immer in diesem Traum bleiben und niemals aufwachen.”, erklärte der Nebel.

Aber in diesem Augenblick erinnerte sich der kleine Bär daran, wie sehr er es liebte, sich zu sonnen und wie gut es den Tieren tat, mit dem Frühlingsanfang in ihren warmen Strahlen zu baden ...

„Ich glaube dir nicht“, sagte das Bärenjunge und trat einen weiteren Schritt vor.

der baer

„Lobenswert“, lachte der Nebel noch lauter. „Nun, du hast dich als mutiger herausgestellt, als ich dachte, und vielleicht einer Belohnung würdig. Schau, jetzt zeige ich dir deine Sonne; DEINE, hörst du, und niemand außer dir wird sie sehen. Aber wenn du einen Schritt nach vorne machst, wird dir deine Belohnung genommen.”

In diesem Moment funkelten viele kalte Strahlen um das Bärenjunge herum, ähnlich kleinen Blitzen. Die Luft wurde hell... Aber dann erinnerte sich das Bärenjunge an all seine Verwandten, Mutter, Vater, Brüder und Schwestern und all die Tiere. Er wurde so traurig, dass sie ohne die Sonne bleiben würden... “Nein!”, rief der kleine Bär, “Die Sonne ist nicht nur für einen allein da!” Und er machte einen weiteren Schritt nach vorne.

Da wurde der Nebel wütender denn je: „Ich werde dich lehren, den Großen Nebel zu respektieren! Aufgepasst!”, und mit diesen Worten warf er dem Bärenjungen eine Art Leuchtkugel zwischen die Füße.

“Was ist das?”, fragte der kleine Bär. “Das ist deine Sonne!”, antwortete der Nebel.

“Aber warum ist sie so klein?” “Du willst also, dass sie groß ist?” fragt der Nebel.

“Ja, das will ich.”, sagte der kleine Bär.

„Dann mach noch einen Schritt nach vorne und dann …“

“Was dann?”, fragte ungeduldig und neugierig das Bärenjunge.

„Dann wird sie wachsen und sich über den Wald erheben, und alle werden sie sehen … alle außer dir. Noch ein Schritt und du stirbst auf der Stelle.”

Das Bärenjunge fühlte einen unerträglichen Schmerz... Er wollte nicht sterben, weil er das Leben so sehr liebte und sich für alle Lebewesen freute. Aber ist Leben ohne Sonne möglich? Plötzlich erzitterte etwas in seiner Brust heftig und presste sie zusammen. “Nein!”, rief das Bärenjunge und machte einen Schritt nach vorn ...

Als es aufwachte, sah das Bärenjunge seine Verwandten und Freunde in der Nähe. Alle waren froh, dass er zum Bewußtsein kam. Auch wenn der Himmel noch bewölkt war.

“Was ist mit mir passiert?”, fragte der kleine Bär.

„Du bist das tapferste aller Tiere“, sagte die Bärenmutter liebevoll. „Du bist durch den Großen Nebel gegangen.”

„Ja“, sagte der alte Rabe. „Ich bin froh, dass ich deine Spur finden konnte. Ich habe dich direkt aus dem Abgrund des Todes geholt.”

“Aber was ist mit der Sonne? Ich habe es nicht geschafft, sie zurückzubringen?”, sagte traurig der kleine Bär.

„Leider nein“, sagte Papa Bär. „Aber wir haben uns bereits damit abgefunden, dass wir nie wieder Sonnenlicht sehen werden ...Finde dich damit ab.

“Wir werden kein Sonnenlicht sehen?”, rief der kleine Bär ganz aufgeregt, “Aber ich sehe es! Ich sehe es!” “Wo kannst du die Sonne sehen, mein Lieber? Schau, alles ist unter einem Nebelschleier.”, knurrte Papa Bär.

“Nein, ich sehe sie, ich sehe die Sonne! Ich sehe sie mit meinem Herzen! Wie hell sie ist! Schaut doch!”

Da rief plötzlich das Häschen: “Und ich sehe sie auch mit meinem Herzen! Ich sehe die liebe Sonne!” “Und wir sehen sie!”, riefen die Eichhörnchen. “Ich auch!”, rief der Hirsch.

Dann begannen alle Tiere nacheinander vor Freude zu jubeln und sich zu umarmen.

In diesem Moment begann sich der Nebel über dem Wald aufzulösen, und nach wenigen Augenblicken schien die Sonne vom Himmel.

Die Tiere freuten sich. Aber am meisten freute sich der kleine Bär. Er freute sich über seine Brüder und Schwestern und über andere Tiere und über die Bäume und das Gras und über die Vögel, die so herrlich in seinem Wald sangen ...

„Dein Herz hat gewonnen“, sagte Papa Bär und umarmte das Bärenjunge sanft.

„Du hast die Sonne zurückgebracht“, sagte Mama Bär leise.

die bluemen

Es war der Beginn eines wunderschönen Frühlingstags.

Übersetzung aus dem Russischen

Autor des Originals: Alexander Beganskij

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