Österliches Totengedenken

14. Mai 2024

Radonitza

Radonitza ist das erste Totengedenken nach der österlichen lichten Woche. Üblicherweise wird es am Dienstag der 2. Osterwoche gefeiert, wenn dieser nicht auf einen Festtag fällt. Es handelt sich hier um eine rein russische Tradition. Bei den Orthodoxen im Nahen Osten und Griechenland fehlt sie.

Der Hl. Afanasij (Sacharow) schreibt: “Das Totengedenken, das unter dem Namen Radonitza bekannt ist, wird in der 2. Osterwoche, in der Woche nach dem Thomassonntag, gefeiert. Radonitza verdankt seine Entstehung der Vorschrift aus der kirchlichen Gottesdienstordnung, wonach in der Großen Fastenzeit das Totengedächtnis für die Totenerinnerungstage (3., 9. und 40. Tag), die aufgrund der Großen Fastenzeit nicht rechtzeitig durchgeführt werden können, auf einen der nächsten Wochentage verlegt werden müssen, an denen nicht nur ein Totengedenkgottesdienst (Pannichida), sondern auch eine vollständige Liturgie zelebriert werden kann. Während der Großen Fastenzeit gilt dies nur für die Samstage, aber auch nicht für alle. In den letzten Wochen der Fastenzeit und in der Lichten Osterwoche häufen sich immer viele solcher Erinnerungstage an Verstorbene, die am ersten möglichen Wochentag gefeiert werden müssen, wann ebenfalls wieder eine gewöhnliche Göttliche Liturgie gefeiert werden kann. Dieser erste Tag ist der Dienstag der Thomaswoche, da man am Vorabend des Montags nach der Vesper noch keinen Totengedenkgottesdienst feiern kann, wie es ein solches Gedächtnis erfordern würde.” (Das Totengedächtnis entsprechend der Kirchlichen Gottesdienstordnung der Orthodoxen Kirche)

Das Heilige Pascha steht im Mittelpunkt des gesamten liturgischen Jahreskreises. Die Auferstehung Christi markiert den Sieg über den Tod und lässt uns die allgemeine Auferstehung ahnen. Wenn wir also zu Ostern auf den Friedhof gehen, beweisen wir nicht nur geistliche Gefühlslosigkeit, sondern auch ein völliges Missverständnis des Sinns der christlichen Heilslehre.

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