Liturgische Gesänge am Mittwoch der Ersten Fastenwoche

20. March 2024

Liturgische Gesänge am Mittwoch der Ersten Fastenwoche

Aus dem Morgengottesdienst

Du hast mich bewehrt mit dem Kreuze. O laß mich der Fasten Lauf in Herzensreue vollenden, erbarmender Herr.

Deine Mutter, die Jungfrau, Christus, sah als Toten ausgespannt dich am Kreuz. Da hat sie bitter geweint. Mein Sohn, so hat sie gesprochen, welch ein schauererregend Geheimnis ist dies. Wie stirbst du, der allen schenket das ewige Leben, freiwillig am Kreuze den schmachvollsten Tod?

Der Enthaltung lichtbringende Zeit, die nun du geweiht und geschenkt uns hast, Herr, laß in Zerknirschung und alle, in Reinheit, durchschreiten, durch die Macht des Kreuzes lebend im Frieden, Menschenfreund du allein.

Bewacht durch das kostbare Kreuz deines Sohnes, Gottesmutter, heilige Herrin, wenden wir alle leicht von uns ab jeden Ansturm des Feindes. Drum preisen wir, wie es sich ziemet, immer dich selig als Mutter des Lichtes, als unserer Seelen einzige Hoffnung.

Triodion des Joseph. Dritte Ode

Kreuzigen laßt uns durch Enthaltung die Glieder. Nüchtern lasset uns sein in Gebeten – so steht ja geschrieben -. Auf den Spuren des, der gelitten, lasset uns wandeln, dessen, der den Leidenschaften brachte den Tod.

Ausspeien laßt uns die bittere Sünde. Lasset uns streben, dem der willig Galle gekostet, Christus wohlzugefallen, ihm, der am Kreuz hat vernichtet den Feind.

Die Sünde, Gewohnheit geworden, reißt mich hinein in allerlei Unglück. Wohlan denn, befreie du mich von ihr durch dein Kreuz, Mitleidvoller, reich im Erbarmen.

Aller Gebilde Gebieterin, o Herrin, bist du. Denn den Gebieter gebarst du. Befreie mich aus der Knechtschaft des Schlauen, des einzigen Feindes.

Triodion des Joseph. Achte Ode

Befestige uns, o Herr, in dir, der du am Kreuze die Sünde getötet, und pflanze die Furcht vor dir in unsere Herzen, die wir dich preisen.

Die Lohe der Leidenschaften versengt meine Seele. Doch durch den Tau deines Erbarmens erlösche sie, der du quellen lässest der Gelassenheit Born aus deiner lauteren Seite, gnädiger Herr, der du um deiner reichen Herablasung willen dich kreuzigen ließest.

Der du uns, die wir in Bosheit gefallen, durch deine Erhöhung am Kreuze, Christus, erhöht hast, o heb mich empor, den in die Schlünde der Sünde Gefallenen, und laß mich feststehen am Felsen des Heils, auf daß ich verherrliche deine Gewalt.

Durch deiner Leiden Lanze, o Christus, entfern die Fäulnis meines Herzens und laß ganz mich gesunden, dem die Schlange Wunden geschlagen mit giftigen Zähnen. Und verleihe mir, ohne Zagen göttliche Straßen zu ziehn.

Dich, schimmerndes Licht und schimmernder Leuchter, in dem das Feuer wohnte der Gottheit und erleuchtete die, die in finsterm Verderben lagen gefangen, Makellose, preisend, Gepriesene, besingen wir deine Mutterschaft alle.

Triodion des Joseph. Neunte Ode

Leuchtender als die Sonne erstrahlet der Fasten lichtreiche Gnade, verkündet allen des Kreuzes Strahl und Licht, des kostbaren Leidens, der Auferstehung heilbringenden Tag.

Die Reinheit lasset uns lieben. Die Unzucht verachten, Umgürten die Hüften mit Keuschheit, daß rein wir erscheinen dem Reinen, ihm, der allein bei allen die Sühnung sucht, dem Retter unserer Seelen.

O Christus, kreuzige mein Fleisch mit Furcht vor dir. Du hast ans Kreuz geheftet Adams Sünde. Meiner Sünden Fessel wolle lösen. Des Bösen Pfeile, zerschmettere sie mit deiner Lanze, Herr. Bewahr vor seinem Schaden mich.

Den gerechtesten Richter, ihn, der allein sich leicht versöhnen läßt, hast du geboren, o Jungfrau, Christus, den Herrn. Bewahre mich vor der Verdammung, Braut, vor der Glut und der Strafe, die mir verschaffte der Sünde Genuß.

Weitere Stichiren

Durch Fasten lasset, wohlan, die Leidenschaften der Sinne uns knechten. Mit geistigen Schwingen laßt uns verhüllen uns, damit wir des Feindes sich erhebenden Sturm leichten Sinnes durchschreiten und würdig werden der Verehrung des Kreuzes des Gottessohns, der für die Welt willig opfern sich ließ, und des Erlösers Auferstehung von den Toten geistig begehen. Auf den Berg erhoben, laßt mit den Jüngern den Sohn uns loben, der alle Macht empfangen vom Vater, den Menschenfreund.

Unüberwundene Martyrer Christi, besiegt habt ihr den Trug durch die Macht des Kreuzes und empfangen die Gnade des ewigen Lebens. Nicht ducktet ihr vor der Tyrannen Drohungen euch. Von Foltern wurdet gequält ihr. Nun jauchzt ihr. Und euer Blut wurde unsern Seelen zur Heilung. Flehet um unserer Seelen Errettung.

Was ist das für ein wunderbar Schauspiel, das meinen Augen sich bietet, Gebieter? Du, der die ganze Schöpfung in ihrem Bestande erhält, wardst aufgerichtet am Kreuz. Und du stirbst, der allen schenket das Leben. So sagte die Gottesgebärerin weinend, als am Kreuz die Allreine den Gottmenschen schaute, der aus ihr auf unsagbare Weise erstrahlte.

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