Dialog zwischen Christus und Europa

26. Juli 2023

Ikone „Jüngstes Gericht“

Wenn die Geschichte der letzten drei Jahrhunderte, des 18., 19. und 20., beim wahren Namen genannt werden wollte, dann gäbe es keinen passenderen Namen als „Protokoll des Gerichtsprozesses über Europa und Christus“. Denn alle bedeutenden Ereignisse in Europa in den letzten drei Jahrhunderten waren mit unserem Herrn Jesus Christus verbunden.

Aber vor dem Richterstuhl entwickelt sich zwischen Christus und Europa folgendes Gespräch:

Christus sagt zu Europa, dass sie in Seinem Namen getauft ist und Ihm und Seinem Evangelium treu bleiben muss. Darauf antwortet die Angeklagte Europa:

Alle Religionen sind gleich. So sagten es uns die französischen Enzyklopädisten, und niemand kann gezwungen werden, an dies oder das zu glauben. Europa toleriert um der Wahrung seiner imperialistischen Interessen willen alle Religionen als Volksbräuche, hält sich aber selbst an keine davon. Und wenn sie ihre politischen Ziele erreicht hat, wird sie schnell mit diesem Volksglauben abrechnen.

Worauf Christus traurig fragt:

Wie könnt ihr Menschen nur gemäß imperialistischer, also materialistischer Interessen leben, also gedrängt von tierischer Gier nur nach körperlicher Nahrung? Ich wollte euch zu Göttern und Söhnen Gottes machen, und ihr habt es eilig, Ochsen gleich zu werden.

Europa antwortet darauf:

Du bist veraltet. Anstelle Deines Evangeliums haben wir Zoologie und Biologie entdeckt. Jetzt wissen wir, dass wir Nachkommen von Orang-Utans und Gorillas sind, also Affen, und nicht von Dir und Deinem himmlischen Vater abstammen. Jetzt vervollkommnen wir uns, um Götter zu werden, weil wir außer uns selbst keine anderen Götter anerkennen.

Christus antwortet:

Ihr seid sturer als die alten Juden. Ich habe dich aus der Dunkelheit der Barbarei zum Licht des Himmels erhoben, und du strebst wieder in die Dunkelheit zurück, wie ein Schwein in den Schlamm. Ich habe Mein Blut für dich vergossen. Ich habe Meine Liebe zu dir gezeigt, als sich alle Engel von dir abwandten, weil sie deinen höllischen Gestank nicht ertragen konnten. Als du dich in Dunkelheit und Gestank verwandelt hast, bin Ich allein für euch aufgestanden, um euch zu erleuchten und zu reinigen. Werdet nicht untreu, denn dann werdet ihr wieder in diesen unerträglichen Gestank und diese Dunkelheit zurückkehren.

Worauf Europa spöttisch äußert:

Verlasse uns! Wir kennen Dich nicht. Die hellenistische Philosophie und die römische Kultur liegen uns näher. Wir wollen Freiheit. Wir haben Universitäten. Die Wissenschaft ist unser Leitstern. Unser Motto ist Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Unser Verstand ist der Gott aller Götter. Du bist ein Asiat, wir verzichten auf Dich. Du bist nur eine alte Legende unserer Großeltern.

Christus sagt mit Tränen in den Augen:

Nun, ich werde gehen, aber ihr werdet klar erkennen, dass ihr vom Weg Gottes abgewichen und dem Weg des Teufels gefolgt seid. Segen und Freude werden euch genommen. In meiner Hand liegt euer Leben und euer Tod, denn ich habe mich hingegeben, um für euch gekreuzigt zu werden. Und doch werde nicht Ich euch bestrafen, sondern eure Sünden und euer Abfall von Mir, eurem Erlöser. Ich habe allen Menschen die Liebe des Vaters gezeigt und wollte euch alle durch diese Liebe retten.

Europa antwortete darauf:

Was für eine Liebe? Nüchternheit und brutaler Hass auf alle, die nicht unserer Meinung sind, das ist unser Programm. Deine Liebe ist nur eine Fabel. Anstelle dieser Fabel bevorzugten wir Nationalismus und Internationalismus, den Glauben an Ästhetik und Fortschritt, Evolutionstheorie, die Verehrung von Wissenschaft und Kultur. Unser Heil liegt in ihnen, aber Du bist weit von uns entfernt!

Meine Brüder, in unserer Zeit ist dieser Prozess abgeschlossen. Christus zog sich aus Europa zurück, wie einst aus Gadara auf Drängen der Gadarener. Aber sobald Er ging, begannen Kriege, Unruhen, Schrecken, Zerstörung und Vernichtung. Die vorchristliche Barbarei kehrte nach Europa zurück, die awarische, hunnische, langobardische, afrikanische, nur als ein hundertfach stärkerer Albtraum. Christus nahm sein Kreuz und seinen Segen und ging. Die Dunkelheit und der Gestank blieben. Und jetzt entscheidet ihr, mit wem ihr zusammen sein wollt, mit dem dunklen und stinkenden Europa oder mit Christus. Amen.

Hl. Nikolaj von Serbien (Velimirovic). KZ Dachau, 1944-45

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